Type G3 (1909-1966)

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Typenskizze der Type G3 im Lieferzustand mit offenen Plattformen
Typenskizze der Type G3, verglast, einfache Einstiege mit Schubtüren
Typenskizze der Type G3, verglast, mit Doppeleinstiegen

Allgemeines

Wagennummern

  • 2101 (ab 1931)
  • 2102-2150

Baujahr

  • 2102-2150 (Baujahr 1909)

Lieferfirma

  • 2102-2150 Grazer Waggonfabrik

Technische Daten

  • LüP: 10800 mm
  • Kastenbreite 2200 mm
  • Radstand: 3600 mm
  • Gewicht: 12400 kg
  • Leistung: 2 x 33,8 kW (D 80); 2 x 38 kW (D 78 w); 2 x 45,5 kW (WD 571); 2 x 60,3 kW (Dv 503 d)
  • Platzangebot: 24 Sitzplätze, 20 Stehplätze, später 34 Stehplätze

Geschichte

Zur Vergrößerung des Wagenparks wurden 1909 weitere 50 Triebwagen beschafft, von denen einer wieder als Ausflugswagen in identischer Ausführung wie die Wagen 2001-2004 geliefert wurde. Die 49 Triebwagen der Type G3 wurden weitgehend baugleich mit den G2 ausgeführt, lediglich die Einstiege wurden unmittelbar nach den Kastenstirnwänden angeordnet und der Wagenkasten um 100 mm breiter ausgeführt. Für den damals geplanten Einmannbetrieb wurden 1923 die Plattformen der Wagen 2102-2110 und 2112-2114 verglast und die weiterhin einfachen Einstiege mit Schiebetüren verschließbar gemacht. Aus heute nicht mehr bekannten Gründen kam es damals aber nicht zur Einführung dieser Betriebsform und so wurden bei acht von ihnen anlässlich größerer Kastenreparaturen in den Jahren 1931 bis 1933 analog zu den übrigen 1929 und 1930 verglasten G3 die Plattformen mit Doppeleinstiegen versehen. Nur die Wagen 2102, 2103, 2105 und 2110 behielten die einfachen Einstiege mit den Schiebetüren bis zu ihrer Kassierung. Zwei von ihnen waren dann jahrelang auf der kurzen Linie 158 im Einsatz.

Die G3 erhielten die gleiche Sitzplatzeinteilung wie die G2, also mit zu den Stirn- und Mittelwänden zeigenden Endsitzreihen. Wie bei den G2 wurden auch bei den G3 im Zuge von Kastenerneuerungen in den 1920er-Jahren die Mittelwände ausgebaut und die Endsitzreihen mit der Rückseite an die Stirnwand gesetzt. Analog dazu erfolgte die Anpassung der restlichen Sitzbänke. Diese Änderung erfolgte an 25 Wagen, wobei die Sitzplatzzahl mit 24 unverändert blieb. Bei den in den 1950er-Jahren durchgeführten Kastenerneuerungen wurden neben Entfernung der Mittelwände ebenso wie bei den G2 die Endvierersitzgruppen durch Dreier-Längsbänke ersetzt, wodurch sich die Sitzplatzzahl auf 22 verringerte. Dieser Umbau erfolgte an 29 Wagen; lediglich vier Wagen behielten die ursprüngliche Sitzeinteilung bis zu ihrer Ausmusterung.

Ebenso wie die G2 waren die G3 für Dreiwagenzüge mit großen Beiwagen zu schwach motorisiert (Motortype D 80) und erhielten so wie die G2 erst nach Ausrüstung mit stärkeren Motoren der Type D 78w im Jänner 1926 die entsprechende Zulassung. 1943 wurden acht mit den besonders leistungsfähigen Motoren der Type Dv 503d ausgestattet und in der Nummerngruppe 2143-2150 zusammengefasst. Gleichzeitig mit den starken Motoren erhielten sie auch feinstufigere Nockenfahrschalter der Typen PC4 feinstufig (2143-2148) und Cc2 feinstufig (2149 und 2150) für stehenden Fahrer. Sie kamen nahezu ausschließlich auf den Linien 217 und 317 zum Einsatz und hätten wohl eine Fahrzeitkürzung ermöglichen sollen, zu der es aber niemals kam. Im Wagen 2150 wurde kurze Zeit nach seiner Ausrüstung mit den starken Motoren ein unter dem Wagenboden befindlicher Zentralfahrschalter (vielstufiger Nockenfahrschalter der Type Ds9) installiert, der über eine Schaltwelle von beiden Führerständen aus durch einen sitzenden Fahrer zu bedienen war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle übrigen G3 (2102-2142) mit Motoren der Type WD 571 (v/max 40 km/h) ausgerüstet und vielfach zum Ziehen großer Dreiwagenzüge auf stark frequentierten Linien verwendet. Ebenso wie die G2 durften sie wegen fehlender Schienenbremsen ab 1961 nur noch 25 km/h fahren und wanderten auf unbedeutendere Linien ab. Der Ersteinsatz von Triebwagen der Type G3 erfolgte am 1. Juni 1909 auf der Linie 52 mit den Wagen 2102, 2118, 2119 und 2150, der Letzteinsatz am 22. Februar 1966 auf der Linie 80 mit dem Wagen 2107.

Der Schubtüren-G3 2103 befindet sich im Besitz des Vereins WTM und harrt seiner Restaurierung.

Statistik

Nummer Firma Instandnahme Verglasung Ausgemustert Anmerkung
2101 HW 22 05 1931 1931 15 06 1966 ex G2 82; umbezeichnet in GL 6303
2102 Gr 28 05 1909 1923 30 12 1964
2103 Gr 28 05 1909 1923 15 06 1966 umbezeichnet in GL 6181
2104 Gr 28 05 1909 1923 30 12 1964
2105 Gr 06 08 1909 1923 01 07 1965
2106 Gr 06 08 1909 1923 16 08 1941 umnummeriert in 2143(II)
2106(II) Gr 14 08 1941 30 12 1964 ex 2143
2107 Gr 06 08 1909 1923 15 06 1966
2108 Gr 06 08 1909 1923 01 07 1959
2109 Gr 30 06 1909 1923 30 04 1962
2110 Gr 28 05 1909 1923 30 04 1962
2111 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1959
2112 Gr 30 06 1909 1923 01 07 1964
2113 Gr 06 08 1909 1923 12 08 1941 umnummeriert in 2144(II)
2113(II) Gr 30 07 1941 24 12 1965 ex 2144
2114 Gr 30 06 1909 1923 01 07 1964
2115 Gr 28 05 1909 1929 01 07 1963
2116 Gr 28 05 1909 1930 24 12 1965
2117 Gr 28 05 1909 1929 30 12 1964
2118 Gr 28 05 1909 1929 31 12 1960
2119 Gr 28 05 1909 1930 31 12 1960
2120 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1965
2121 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1964
2122 Gr 28 05 1909 1930 31 07 1962
2123 Gr 28 05 1909 1930 24 12 1965 umbezeichnet in GL 6172
2124 Gr 28 05 1909 1930 31 12 1960
2125 Gr 30 06 1909 1930 01 12 1962
2126 Gr 30 06 1909 1929 01 07 1964
2127 Gr 28 05 1909 1930 02 09 1941 umnummeriert in 2145(II)
2127(II) Gr 29 08 1941 01 07 1964 ex 2145
2128 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1965
2129 Gr 28 05 1909 1930 30 12 1964
2130 Gr 28 05 1909 1930 31 10 1941 umnummeriert in 2150(II)
2130(II) Gr 21 10 1941 24 12 1965 ex 2150; umbezeichnet in GL 6173
Nummer Firma Instandnahme Verglasung Ausgemustert Anmerkung
2131 Gr 30 06 1909 1930 01 07 1964
2132 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1965
2133 Gr 30 06 1909 1930 01 07 1959
2134 Gr 28 05 1909 1928 30 12 1964
2135 Gr 28 05 1909 1930 20 06 1941 umnummeriert in 2149(II)
2135(II) Gr 16 06 1941 01 06 1952 ex 2149
2136 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1965
2137 Gr 28 05 1909 1929 24 12 1965 umbezeichnet in GL 6174
2138 Gr 30 06 1909 1929 24 12 1965 umbezeichnet in GL 6175
2139 Gr 30 06 1909 1930 24 12 1965 umbezeichnet in GL 6176
2140 Gr 28 05 1909 1930 15 06 1966
2141 Gr 28 05 1909 1930 07 10 1941 umnummeriert in 2147(II)
2141(II) Gr 18 09 1941 01 07 1965 ex 2147
2142 Gr 28 05 1909 1930 01 07 1964
2143 Gr 28 05 1909 1929 14 08 1941 umnummeriert in 2106(II)
2143(II) Gr 16 08 1941 01 12 1962 ex 2106
2144 Gr 28 05 1909 1929 30 07 1941 umnummeriert in 2113(II)
2144(II) Gr 12 08 1941 15 06 1966 ex 2113
2145 Gr 30 06 1909 1930 29 08 1941 umnummeriert in 2127(II)
2145(II) Gr 02 09 1941 15 06 1966 ex 2127
2146 Gr 30 06 1909 1930 01 12 1962
2147 Gr 30 06 1909 1930 18 09 1941 umnummeriert in 2141(II)
2147(II) Gr 07 10 1941 15 06 1966 ex 2141
2148 Gr 06 08 1909 1930 01 12 1962
2149 Gr 06 08 1909 1930 16 06 1941 umnummeriert in 2135(II)
2149(II) Gr 20 06 1941 01 07 1964 ex 2135
2150 Gr 28 05 1909 1929 21 10 1941 umnummeriert in 2130
2150(II) Gr 31 10 1941 16 01 1954 ex 2130; umbezeichnet in GS 6858

Erhaltene Fahrzeuge

  • 2103 WTM


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